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Geschichte Spaniens Artikel
Buch-Tipp: Das Gleichgewicht der Welt. Super! Dieses Buch ist wohl mit Abstand das Beste, welches Mistry geschrieben hat und seine Bücher sind alle ganz große Klasse!
Doch "das Gleichgewicht der Welt" topt noch mal alle anderen. Die Geschichten der vier Hauptakteure sind kunstvoll miteinander verwoben.
Wer allerdings denkt, dass im Roman, welcher in Indien spielt, eine ähnliche... Frühgeschichte und Römer | |
Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. In dem 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an, deren Kolonien Cadiz (Gades) die berühmteste war. Später setzten sich die Griechen an der Küste fest. Die in dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. aus Gallien eingewanderten Kelten verschmolzen mit den Iberern nach vielen Kämpfen zu dem Volk der Keltiberer. Nach dem Ersten Punischen Krieg von 237 bis 219 v. Chr. eroberten die Karthager den Süden und Osten der Iberischen Halbinsel, deren Stadt Neukarthago (Cartagena) die wichtigste Ansiedlung wurde. In dem Zweiten Punischen Krieg (206) verloren sie diese Besitzungen aber wieder.
Nach den Karthagern versuchten die Römer das Land unter ihre Herrschaft zu bringen, was ihnen aber erst nach 200jährigen blutigen Kämpfen gegen die Keltiberer und Lusitanier (unter Viriathus) gelang, die Kantabrer wurden erst 19 v. Chr. von Augustus besiegt. Augustus unterteilte die Halbinsel auch nicht wie bisher in zwei Provinzen, Hispania Citerior und Hispania Ulterior, sondern in drei: Lusitania, Baetica und Taraconensis. Von Letzterer wurde unter Kaiser Hadrian die neue Provinz Galaecia et Asturia abgezweigt. Die Basken in dem Norden behielten ihre Unabhängigkeit. Da die Römer das Land mit vielen Straßen durchzogen und zahlreiche Kastelle bauten, wurde das Land schnell romanisiert und bald Hauptsitz römischer Kultur, dem mehrere römische Kaiser (Trajan, Hadrian, Antoninus, Marcus Aurelius, Theodosius I.) und angesehene Schriftsteller (Seneca, Lucanus, Martialis ) entstammten. Handel und Verkehr blühten, die Bevölkerung wuchs stark an.
Das Christentum breitete sich in Hispania trotz blutiger Verfolgung schnell aus, bis es unter Kaiser Konstantin I. zur vorherrschenden Religion wurde.
Buch-Tipp: Das Magische Messer. His Dark Materials 02 Auf in neue Welten Der zweite Teil der Trilogie "His Dark Materials" von Philip Pullman schließt direkt an den ersten Teil an.
"Komm weiter, bitte . . . . " sagte Will zu seiner Mutter. Und hoffte das niemand Sie bei Mrs. Cooper finden würde. Hoffentlich war weningstens seine Mutter so in Sicherheit. Aber hatte er auch nicht viele Möglichkeiten.... |
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Zu Anfang des 5. Jahrhunderts, als der innere Zerfall des Römischen Reichs auch seine äußere Macht erschütterte, drangen die germanischen Völker der Ulanen, Vandalen und Sueben in Spanien ein und verwüsteten das Land, einige wurden sesshaft und gründeten Nachfolgekönigreiche der Römer, die sich noch eine Zeitlang in dem Osten der Halbinsel behaupten konnten. Die Iberische Halbinsel wurde nach 410 von den Westgoten, anfangs noch Bundesgenossen der Römer, erobert. Die anderen Stämme wurden vertrieben.
Buch-Tipp: Das egoistische Gen. Jubiläumsausgabe Sehr gute Ausgabe Auf den Inhalt des Buches wurde in den vielen Rezensionen bereits genug eingegangen. Ich möchte kurz auf die Jubiläumsausgabe zu sprechen kommen.
Das Buch ist angenehmer Schrift und sehr hellen Seiten gedruckt. Die Aufmachung ist stabil. Das Buch ist sowohl mit dem Vorwort der ersten Ausgabe als auch mit einem aktuellen Vorwort... |
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711 nutzten Streitkräfte des Islam (Araber und Berber aus Marokko), der in dem 7. Jahrhundert vom Propheten Muhammad begründet worden war und schon den Maghreb beherrschte, den Bürgerkrieg unter den westgotischen Königreichen auf der iberischen Halbinsel, um über die Straße von Gibraltar einzumarschieren. Tarik ibn Sijad, der Unterbefehlshaber des Kalifen landete hierfür in Gibraltar (Djebel al Tariq), nach dem er vorher schon ein Expeditionsheer unter dem Offizier Tarif geschickt hatte. Dieser ging mit einem 500 Mann starken Expeditionsheer in der Nähe von Algeciras an Land, an einer Stelle, die später den Namen Tarifa bekam.
Im Frühjahr 714 setzte Tarik gemeinsam mit Musa ibn Nusair, dem Gouverneur von Nordafrika, von Toledo aus die weitere Eroberung fort. Abdul Aziz , der Sohn von Musa ibn Nusair wurde als Statthalter von Al-Andalus eingesetzt, Sevilla wurde zur Hauptstadt wird benannt. Abdul Aziz heiratete Egilona , die Witwe von König Roderich .
Im Jahr 716 wurde Ayyub der Nachfolger von Abdul Aziz, er machte Córdoba zur Hauptstadt von Al-Andalus.
Um 718 beherrschten die Araber den größten Teil der Halbinsel, ihre Expedition nach Frankreich wurde 732 bei Poitiers (Frankreich) vom fränkischen Hausmeier Karl Martell gestoppt.
Der vom Kalifen später eingesetzte Statthalter Sahm überschritt etwa 720 die Pyrenäen in Richtung Narbonne und Toulouse. In dieser Zeit (zwischen 716 und 730) schloß der Berberführer Manuza mit Herzog Eudo von Aquitanien einen Vertrag, außerdem heiratete Manuza die Tochter Eudos.
732 überquerte der General Ghafiki erneut die Pyrenäen, er eroberte Arles und Bordeaux. Als er in Richtung Tours zog, kam es am 25. und 31.10 732 zur Schlacht bei Poitiers gegen die fränkischen Truppen unter Karl Martell. Dabei fiel Ghafiki und das Heer flüchtet zurück auf die iberische Halbinsel.
Im Jahr 735 kam es zu einem erneuten Feldzug nach Frankreich unter dem Statthalter Okba . Es wurden die Städte Arles, Avignon, Lyon und Teile der Provence erobert. Karl Martell schaffte es, die Muslime wieder nach Spanien zurückzudrängen, ca. die Stadt Narbonne blieb in arabischer Hand.
Den Herrschern von Al-Andalus wurde durch das Umayyaden-Kalifat in Damaskus der Rang eines Emirs gewährt (siehe: Statthalter von Andalusien). Den aufreibenden Zwistigkeiten und blutigen Fehden, welche Ehrgeiz und Herrschsucht der arabischen Häuptlinge in dieser entfernten Provinz des Kalifats hervorriefen, machte 755 der bei der Vernichtung durch die Abbasiden (die sogenannte "Abbasidenrevolution") einzig übriggebliebene Spross der Umayyaden, Abd ar-Rahman I., ein Ende, welcher nach Spanien flüchtete und hier, vom Volk mit Jubel begrüßt, ein eignes Reich mit der Hauptstadt Córdoba, das so genannte Emirat von Cordoba, gründete. Al-Andalus wurde häufig von internen Konflikten zwischen den arabischen Umayyaden, den Berbern aus Nordafrika und den christlichen Westgoten durchrüttelt.
763 schickt der Abbasiden-Kalif von Bagdad schickt General Mugharit nach Spanien, um Abd-ar Rahman I. zu besiegen und die Iberische Halbinsel in den Einflußbereich des neuen Kalifats zu bekommen. Abd-ar Rahman I. geht aus diesem Feldzug siegreich hervor, ein wwiteres Abbasiden-Heer, das 777 Spanien erreicht, kann ebenfalls zurückgeschlagen werden.
Im Winter 777/778 geht Ibn Arabi (Statthalter der nordspanischen Stadt Zaragoza) nach Paderborn, um Karl den Großen um Unterstützung gegen Abd-ar Rahman I. zu beten. Dabei wird ihm der Ummayaden-General Ubaid al Djudhani als Geisel übergeben. In dem Frühjahr 778 marschiert Karl der Große schließlich mit einem Heer über Pamplona nach Zaragoza, ein weiteres Heer zieht nach Barcelona. Karl der Große erleidet jedoch eine Niederlage, außerdem zwingen ihn die kürzlich von ihm befriedeten Sachsen dazu, zurückzugehen, weil sie seine Abwesenheit dazu nutzen, gegen die Stadt Köln zu ziehen.
Im Jahr 785 eroberten die Franken Gerona, ohne auf großen Wiederstand zu stoßen. In der darauffolgenden Zeit geschehen auf beiden Seiten der Pyrenäen stets wieder kürzere Eroberungs- und Beutezüge, so brandschatzten die Araber in dem Jahr 795 Narbonne, 801 eroberten die Franken wiederum Barcelona, 811 Tortosa.
Am 3.09 788 starb Abd-ar Rahman I. in der Hauptstadt Córdoba. Die Nachfolge trat sein zweiter Sohn Hischam I. an; der älteste Sohn Abd-ar Rahmans I. erhob sich daraufhin gegen seinen Bruder, er unterlag jedoch und floh daraufhin nach Nordafrika.
791 zog Hischam I. nach Altkastilien, um die Region zu unterwerfen. Einer seiner Generäle besiegte weiter westlich König Vermudo von Asturien, anschließend vertrieb derselbe General die Franken wieder aus Gerona und Narbonne. 795 eroberte General ibn Mugharit die Stadt Astorga .
Abd ar-Rahman III. (912-961) gründete 929 das Kalifat von Cordoba. In dieser Zeit erreichten arabische Kunst und Wissenschaft auf der iberischen Halbinsel ihre Blüte. Bevölkerungsreiche Städte schmückten das Land; das Gebiet des Guadalquivir soll allein 12 Tausend bewohnte Orte gezählt haben. Cordoba hatte 113 Tausend Häuser, 600 Moscheen, darunter die prachtvolle Hauptmoschee, und herrliche Paläste, darunter den Alkazar. Mit Cordoba wetteiferten andere Städte wie Granada mit der Alhambra, Sevilla und Toledo. In gleichem Sinn wie Abd ar-Rahman III. regierte sein als Dichter und Gelehrter ausgezeichneter Sohn al-Hakam II. (961-976), wogegen unter dem schwachen Hischam II. (976-1013) das Kalifat zu sinken begann.
Das Kalifat erreichte seinen Höhepunkt unter Abi Amir al-Mansur (auch Almansor, d.h. der Siegreiche), einem Statthalter Hischams II., um das Jahr 1000, alsBarcelona (985) und andere christliche Städte von den Muslimen plündert wurden. Nach Almansors Tod stürzte das Kalifat in einen Bürgerkrieg und zerfiel in mehr als zwanzig Emirate, die so genannten „Taifa-Königreiche“. Nach dem Verlust von Toledo in dem Jahr 1085, brachen die Almoraviden von Nordafrika ein und unterwarfen al-Andalus. In dem 12. Jahrhundert brach das Königreich der Amoraviden ebenfalls auseinander, ca. um durch eine almohadische Invasion 1147 übernommen zu werden. Nach der entscheidenden Schlacht bei Las Navas de Tolosa (16.07 1212), blieb ca. noch das Königreich von Granada unter den Nasriden bis 1492 über.
Al-Andalus bleibt als Beispiel höchster arabischer Kultur und Wissenschaft in dem kollektiven Gedächtnis der Araber noch heute erhalten. Es war geprägt von einem Klima der Toleranz zwischen den herrschenden Muslimen und den großen christlichen und jüdischen Gemeinden.
Buch-Tipp: Der Verdacht. Zwerge, Riesen und Henker Ich habe das Buch auf einen Schlag ausgelesen und mich geärgert, dass es ca. 120 Seiten hat! Dürrenmatts Stil ist einfach wunderbar flüssig zu lesen, nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht oberflächlich. Er versteht es, Spannung aufzubauen, die gegen Ende des Buches ihren Höhepunkt erreicht. Besonders gut gefallen... |
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Die Vertreibung der Muslime begann unter dem ersten König des Königreichs von Asturien , Pelayo (718-737), der den Kampf gegen die Mauren in den Bergen von Covadonga aufnahm. Später führten seine Söhne und Nachkommen dieses Werk fort, bis alle Muslime vertrieben waren.
Währenddessen errichteten die fränkischen Herrscher in dem Osten der Halbinsel, jenseits der Pyrenäen, in dem heutigen Katalonien, die Spanische Mark und eroberten 785 Girona und 801 Barcelona.
Der Gedanke, die Reconquista als einzelnen Prozess zu begreifen, der acht Jahrhunderte überspannte, ist historisch unkorrekt. Die christlichen Reiche in dem Norden Spaniens kämpften genauso gegeneinander als auch gegen die Muslime. Der spanische Volksheld des 11. Jahrhunderts, El Cid, wurde von König Alfons VI. verbannt und fand Zuflucht beim muslimischen König von Saragossa.
Die Idee der Wiedereroberung durch einen Kreuzzug und das Bedürfnis religiöser Reinheit in Spanien ist vermutlich durch die „katholischen Monarchen“ Isabella I. von Kastilien und Ferdinand von Aragón eingeführt worden, um ihre Eroberung von Granada, die Ausweisung der Juden, von denen 160 Tausend zu dieser Zeit in Spanien lebten, und die gewaltsame Bekehrung der Mauren zu rechtfertigen.
Im 15. Jahrhundert vereinigten sich die Königreiche von Kastilien und Aragón und alle Muslime wurden von der iberischen Halbinsel vertrieben. Aragón war zu dieser Zeit schon länger eine wichtige Seemacht in dem Mittelmeer und Kastilien stand in Konkurrenz mit Portugal um die Vorherrschaft in dem Atlantischen Ozean. Nach der Eroberung der letzten maurischen Festung bei Granada am 2.01 1492 begann Spanien, Missionen zur Erforschung der Weltmeere zu finanzieren. Die von Christoph Kolumbus brachte eine Neue Welt in den Blickwinkel europäischer Aufmerksamkeit. Es folgten Conquistadores, Eroberer, die die einheimischen Reiche in Mittelamerika und die der Inka unter spanische Herrschaft brachten.
Buch-Tipp: Der Vorleser. (Diogenes Taschenbuch, 22953) Gelesen in einem Ritt. Ich lese selten und kann mich noch daran erinnern, dass dieses Buch auch in der 11. Klasse gelesen wurde, was ich ich damals nicht tat. Jetzt sah ich es in der Buchhandlung und nahm es einfach mit. Nach den ersten Seiten habe ich es nicht mehr weg gelegt, mir gefällt der Stil, die Art und Weise, und die Themen. Eine, so... |
Spanien unter den Habsburgern: 16. bis 17. Jahrhundert | |
siehe Geschichte Spaniens im 16. bis 17. Jahrhundert
Buch-Tipp: Die Blechtrommel. keine NS-Schilderung, sondern Alltag in dem NS Dieses Buch beschreibt sehr gut, wie es passieren konnte, dass die meisten Deutschen zur NS zeit einfach weggeschaut haben. Das Leben ging weiter, auch wenn das Regime wechselt und die Menschen haben ihre eigenen kleinben Probleme, sodass sie lernen wegzuschauen - oder vieles auch einfach nicht mitbekommen.... |
Spanien unter den Bourbonen | |
Der erste Bourbonenkönig französischer Herkunft, Philipp V. (1700-1746), obwohl selbst von keiner großen Bedeutung, brachte doch aus seiner Heimat ein ganz anderes Regierungssystem und neue Kräfteins zerrüttete Staatswesen. Die Fremden, Franzosen und Italiener, welche Philipp an die Spitze der Behörden und des Heers stellte, und unter denen Alberoni hervorragte, führten nun, wenn auch in etwas gewaltsamer Weise und in ca. beschränktem Umfang, die Grundsätze der französischen Staatsverwaltung durch: alle die einheitliche Staatsgewalt hemmenden Missbräuche wurden beseitigt, Handel und Gewerbe, Wissenschaft und Kunst gefördert, die Privilegien der Provinzen aufgehoben, eine einheitliche Besteuerung und Steuererhebung eingerichtet (Decreto de Nueva Planta 1515). Die wohltätigen Folgen einer zwar unumschränkten, aber tätigen und verständigen Königsmacht zeigten sich auch überraschend schnell. Aber als sie auch die Herrschaft der Kirche anfocht und deren Missbräuche abschaffen wollte, stieß die Regierung beim Volk auf allgemeinen energischen Widerstand, dem Philipp V. unter dem Einfluss seiner zweiten Gemahlin, Elisabeth Farnese , nachgab; die Hierarchie feierte einen glänzenden Triumph, und die Kurie und die Inquisition herrschten nach wie vor in Spanien. Die Regierung des schwächlichen, hypochondrischen Ferdinand VI. (1746-1759) war segensreich, weil sie sparsam und friedliebend war. In materieller Beziehung nahm das Land einen bedeutenden Aufschwung.
Einen bedeutenden Fortschritt aber in der Entwickelung zu dem modernen Staat genannte die Regierung Karls III. (1759-1788), des Stiefbruders Ferdinands VI., der, obwohl strenggläubig, doch vom damals herrschenden Staatsbewusstsein erfüllt und Spanien den anderen Staaten ebenbürtig zu machen bestrebt war. Ihm standen bei seinen Reformen drei bedeutende Staatsmänner, Aranda , Floridablanca und Campomanes , zur Seite. Die unglückliche Beteiligung Spaniens am Krieg Frankreichs gegen England 1761-62 infolge des nachteiligen bourbonischen Familienvertrages störte anfangs die Reformtätigkeit. Diese erhielt indessen eine wesentliche Förderung 1767 durch die Ausweisung der Jesuiten. Nun konnten eine Menge Missbräuche und Übergriffe der Geistlichkeit beseitigt oder beschränkt und ein erfreuliches Zusammenwirken des Staats und der Kirche hergestellt werden, welches auf Bildung und Gesittung des Volkes einen höchst heilsamen Einfluss ausübte. Viele Reformen blieben freilich auf dem Papier stehen, da es bei der beispiellosen Versunkenheit Spaniens in Ackerbau, Gewerbe und Unterricht an allen Voraussetzungen ihrer Durchführbarkeit fehlte. Die 30jährige angestrengteste Tätigkeit der Regierung, die Verwendung ungeheurer Summen auf Ansiedelungen, Bergwerke, Fabriken und Straßen, die Freigabe des Handels mit Amerika brachten daher ca. zu dem Teil Früchte. Die Bevölkerung war 1788 erst auf 10.270 Tausend Menschen wieder angewachsen.
Der zweite unglückliche Krieg gegen England (1780-83), in den Spanien wieder durch den Familienvertrag verwickelt wurde, verschlang solche Summen, dass ein verzinslichtes Papiergeld ausgegeben werden musste. Die unleugbaren Fortschritte in Volksbildung und Volkswohlfahrt hätten aber doch bei dem frischen Geist, bei der zugleich patriotischen und freiheitlichen Bewegung, von denen die Nation durchweht war, wohl günstige und dauerhafte Ergebnisse zur Folge gehabt, wenn Spanien eine längere Reformperiode vergönnt gewesen wäre. Die vielversprechenden Anfänge gingen aber unter Karls III. Nachfolger Karl IV. (1788-1808) völlig zu Grunde, und Spanien wurde durch eine heillose und "verbrecherische" Politik dem Untergang nahegebracht.
Buch-Tipp: Die Stadt der träumenden Bücher. Ein Roman aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz Eine wahrhaftig wunderschöne Libeserklärung ans Lesen! Ich muss zugeben, "Die Stadt der träumenden Bücher" ist das erste Buch, das ich von Käpt'n Blaubär-Erfinder Walter Moers gelesen habe. Lange stand ich in dem Buchladen dafür und überlegte mir, ob ich es kaufen soll. Schon die Umschlagsgestaltung gefiel mir dann doch so gut, dass ich das Buch... |
Spanien während der Revolutionszeit | |
Karl IV., ein gutmütiger, aber unfähiger Fürst, wurde ganz beherrscht von seiner klugen und entschlossenen, jedoch sittenlosen Gemahlin Marie Luise von Parma , welche durch Günstlingswirtschaft und Verschwendung die Staatsverwaltung und die Finanzen in Verwirrung brachte und ihrem Geliebten Godoy , dem Friedensfürsten, den herrschenden Einfluss, endlich nach Beseitigung Floridablancas und Arandas in dem November 1792 auch die oberste Leitung der Staatsgeschäfte verschaffte. Nachdem Spanien dem Sturz der Bourbonen in Frankreich unthätig zugesehen, wurde es 1793 doch durch die Hinrichtung Ludwigs XVI. und die Insulten des Konvents veranlasst, Frankreich den Krieg zu erklären, welcher mit einer so beispiellosen Unfähigkeit geführt wurde, dass er trotz der Schwäche der Franzosen und trotz der Opferwilligkeit der Nation mit einer feindlichen Invasion in Navarra, den baskischen Provinzen und Aragon endete. Die Gunst der Umstände verschaffte Spanien noch den vorteilhaften Frieden von Basel (22.07 1795). Aber es geriet durch denselben in völlige Abhängigkeit von Frankreich, welche der leichtfertige Godoy durch den Vertrag von San Ildefonso (27.06 1796) besiegelte. Derselbe zwang Spanien, das kaum die Kosten des letzten Kriegs hatte aufbringen können, zu dem Krieg mit England, und gleich die erste Schlacht beim Kap St. Vincent (14.02 1797) zeigte die Unbrauchbarkeit der spanischen Flotte. Dazu unternahm Godoy 1801 in französischem Interesse noch einen ruhmlosen Krieg gegen Portugal. In dem Frieden von Amiens (23. März 1802) musste Spanien zwar an England bloß Trinidad abtreten, aber seine Herrschaft in den amerikanischen Kolonien war erschüttert und seine Finanzen zerrüttet. Der Fehlschlag der merkantilen und industriellen Revolutionen ließen das Land als Wirtschafts- und Weltmacht hinter Großbritannien, Frankreich und Deutschland zurückfallen.
Trotz dieser Zustände stürzte Godoy durch einen neuen ungünstigen Vertrag mit Frankreich (9.10 1803) das finanziell erschöpfte Spanien in einen Krieg mit England, in welchem bei Finisterre (22.07) und bei Trafalgar (20.10 1805) Spaniens letzte Flotte zu Grunde ging. Das Volk ließ dies alles geduldig über sich ergehen und wankte nicht in seiner unbedingten Loyalität, aber die Entrüstung richtete sich gegen den schamlosen Günstling Godoy, der in seiner Verblendung sogar die Hoffnung hegte, Regent von Spanien zu werden oder sich die Königskrone von Südportugal aufs Haupt zu setzen. Als er, um dies letztere zu erreichen, sich mit Frankreich in dem Vertrag von Fontainebleau (27.10 1807) zu einem Kriege gegen Portugal verband und Napoleon französische Truppen über die Pyrenäen in Spanien einrücken ließ, kam es 18. März 1808 in Aranjuez zu einer Erhebung des Volkes gegen Godoy. Derselbe wurde gestürzt, und unter dem Eindruck der Wut des erbitterten Volkes ließ sich der König bewegen, am 19. März zu Gunsten seines Sohnes Ferdinand, der noch ein Kind war, abzudanken.
Als Ferdinand VII. hielt dieser am 24. März seinen Einzug in Madrid. Karl IV. nahm aber kurz darauf in einem Schreiben an Napoleon seine Thronentsagung als erzwungen zurück. Der französische Kaiser bat nun die spanische Königsfamilie nach Bayonne, wo Ferdinand nach längerm Sträuben am 5.05 auf die Krone zu Gunsten seines Vaters verzichtete, dieser aber sofort seine Rechte an Napoleon abtrat.
Buch-Tipp: Die Vermessung der Welt Für den Betttisch Zwei reichlich exzentrische Hauptcharaktere Humboldt und Gauss, dazu noch einige irrlichternde Nebenfiguren, das Ganze flott erzählt und mit viel skurrilem Humor, geschrieben mit Stil und Intelligenz, aber ohne jegliche Schwierigkeiten lesbar, es ist kurz gesagt, das ideale Nachttischbuch. Damit ist es wohl eher dem Bereich der... |
Napoleonische Zeit und der Spanische Unabhängigkeitskrieg 1808-1812 | |
Nun wurde der Bruder Napoleons, Joseph, König von Neapel, am 6.07 in dem Beisein einer Junta von spanischen und amerikanischen Abgeordneten in Bayonne zu dem König von Spanien ernannt und hielt, nach dem er und die Junta am 7.07 auf die neu entworfene Verfassung geschworen hatten, am 20.07 seinen Einzug in Madrid.
Spanien fühlte sich unter der Fremdherrschaft gedemütigt und akzeptierte die Neuerungen nicht, die Napoleon dem Land bringen wollte. Allein nun nahm der Krieg stets mehr den Charakter des furchtbarsten Volkskampfes an und wurde durch die in dem September 1808 in Aranjuez errichtete Zentraljunta einheitlich geleitet. Diese beging zwar manche Fehler, griff häufig in höchst verkehrter Weise in die Kriegsoperationen ein und setzte tüchtige Generale ab, gab aber durch den Aufruf zu dem Guerillakrieg (28.12 1808) dem Kampf eine Wendung. Die fortwährenden Angriffe der Guerillos rieben die Kräfte der Franzosen auf und entrissen ihnen die Früchte ihrer Siege in dem offenen Felde.
Zwischendurch drangen die Engländer unter dem Herzog von Wellington in Spanien ein und konnten auch einige Siege erringen, wurden jedoch von nachrückenden französischen Truppen gezwungen, sich nach Portugal zurückzuziehen. In dem Januar 1810 waren die Franzosen Herren von Andalusien, und nach der Einnahme von Ciudad Rodrigo und Almeida drang in dem August ein Heer von 80 Tausend Mann in Portugal ein, um die Engländer zu vertreiben. Die Sache der Spanier schien hoffnungslos verloren. Namentlich die höhern, wohlhabendern Schichten des Volkes schlossen sich stets zahlreicher dem bonapartistischen König an. Die Zentraljunta, deren Unfähigkeit das Missgeschick der spanischen Heere hauptsächlich verschuldet hatte, wurde am 2.02 1810 in Cadiz, wohin sie von Sevilla geflüchtet war, zur Abdankung und Einsetzung einer Regentschaft gezwungen, in welcher der Radikalismus die Oberhand bekam. 1812 schaffte die Cortes dort jedoch die erste moderne Verfassung Spaniens, formlos La Pepa genannt.
Die spanischen Truppen wurden jetzt verstärkt, geschult und gut verpflegt und ihre nützliche Verwendung dadurch gesichert, dass die Cortes Wellington, der sich 1811 vor Lissabon lange behauptet hatte, zu dem Oberbefehlshaber sämtlicher Streitkräfte in Spanien ernannte. In dem Januar 1812 eroberte Wellington Ciudad Rodrigo und 7.04 Badajoz, schlug am 22.07 die Franzosen bei Salamanca und zog am 12.08 in Madrid ein. Zwar musste er sich vor der Übermacht der bedeutend verstärkten Franzosen aufs Neue an die portugiesische Grenze zurückziehen, und Madrid wurde zu dem letztenmal von den Franzosen besetzt, die Katastrophe in Russland veränderte aber auch die Lage der Dinge in Spanien. Am 27.05 1812 hatte König Joseph Madrid für stets verlassen und sich mit der französischen Armee auf Vittoria zurückgezogen. Hier wurde dieselbe von Wellington am 21.06 1813 gänzlich geschlagen. Die Franzosen zogen sich über die Pyrenäen zurück und Wellington rückte am 9.07 in Frankreich ein. Spaniens Unabhängigkeit war hiermit wieder hergestellt.
Buch-Tipp: Draußen vor der Tür. Unglaublich mitreißend! Das Drama handelt von der Rückkehr eines in dem Krieg verwundeten, seelisch am Boden liegenden Soldaten in ein Land, das ihn nicht mehr braucht.
Der Soldat Beckmann kehrt nach Jahren von der Ostfront zurück und denkt an Selbstmord. Er fühlt sich schuldig, ist äußerlich und noch mehr innerlich verwundet.
Das Drama fesselt... |
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Die ordentlichen Cortes, die in dem Januar 1814 ihren Sitz nach Madrid verlegten, erließen, obwohl die Servilen (Konservativen) die Mehrheit hatten, am 3.02 1814 eine Einladung an Ferdinand VII., sich nach Madrid zu begeben und die Verfassung von 1812 schwören. Den Vertrag des Königs mit Napoleon Bonaparte (am 13.12 1813 in Valenay abgeschlossen), der seine Herrschaft in Spanien herstellte, aber den französischen Einfluss sicherte, erkannten sie nicht an. Ferdinand betrat am 24. März 1814 in Gerona den spanischen Boden und nahm am 4.05 von Valencia aus vom Thron in Besitz, weigerte sich aber, die Verfassung anzuerkennen, nach dem sich General Elio ihm mit 40 Tausend Mann angeschlossen hatte und ließ am 11.05 die Cortes durch Truppen auseinander jagen. Dennoch begrüßte ihn das Volk mit Jubel, als er am 14.05 in Madrid einzog, denn er war als Gegner des verhassten Godoy noch stets populär.
Der König, unwissend, charakterlos, von launischer, feiger Despotenart, ließ sich beherrschen. Jeder Reformversuch, der wegen der Zerrüttung des Staatswesens gebotenen und von den Großmächten dringend angeratenen war, wurde vereitelt. Spanien war daher nicht in dem Stande, die abgefallenen Kolonien in Amerika wieder zu unterwerfen und verlor seinen ganzen Besitz auf dem Festland von Süd- und Mittelamerika. Florida trat es 1819 für 5 Millionen Dollar freiwillig an die Vereinigten Staaten von Amerika ab.
Die Gewalttätigkeit und der Hochmut der unfähigen Regierung erstickten die frühere Anhänglichkeit an das Königtum, und erbitterte Feindschaft gegen dasselbe oder gleichgültiger Pessimismus traten an ihre Stelle. Besonders im durchaus vernachlässigten Heer wuchs die Unzufriedenheit und es kam unter den für die Überfahrt nach Amerika bestimmten Truppen zu dem Ausbruch: der Oberstleutnant Riego zwang am 1.01 1820 den König nach einem Staatsstreich, die liberale Konstitution von 1812 anzuerkennen (Trienio Liberal). Ein weiterer Staatsstreich durch eine französische Interventionstruppe in dem Jahr 1823 stellte die absolute Monarchie unter Ferdinand VII. wieder her. Die Verfassung wurde widerrufen und Riego exekutiert (1823-1833, Decada ominosa).
Buch-Tipp: Erntedank. Kluftingers zweiter Fall Erstklassiges aus dem Wilden Allgäuer Westen Zwar beäuge ich Krimis mit Lokalkolorit ein wenig misstrauisch, aber es gibt auch gute, sogar sehr gute, wie zu dem Beispiel diesen hier.
Auch wenn die ein wenig gehbehinderte Handlung gelegentlich etwas langsam vorankommt -- Lokalkolorit und vor allem Haupt- und Nebenfiguren dieses Krimis müssen hier nicht... |
Maria Cristina, die Karlistenkriege, Isabella II., Alfons XII. | |
Nach dem Tod des Königs 1833 macht sein Bruder Don Carlos Ferdinands und Maria Cristinas Tochter Isabella II. den Thron streitig. Da die Anhänger Don Carlos' Traditionalisten waren, suchte Isabella bei den Liberalen Unterstützung. Dies führte zu dem 1. Karlistenkrieg , der nach sechs Jahren von den Liberalen gewonnen wurde. 1840 zwang ein erneuter, durch General Espateros durchgeführter Staatsstreich die Regentin Maria Cristina zu Flucht. Espateros selbst übernahm danach die Macht. Nachdem Isabella 1843 für mündig erklärt worden war, führte General Narvaez eine Revolte an, die General Espateros zur Flucht aus Spanien zwang. 1845 wurde eine Verfassung angenommen und zwei Jahre später, 1847 begann der 2. Karlistenkrieg , der 1849 mit dem Sieg Isabellas endete. Eine Reihe von Aufständen durch die Progresistas (Liberale, Republikaner und Sozialisten) und Moderatos (Monarchisten und Katholiken) führte 1868 zu einer Revolution unter General Prim, die die Herrschaft von Isabella beendete und sie in das Exil nach Frankreich zwang, während General Serrano vorläufig die Regierung übernahm.
1869 wurde durch die Cortes eine erneute Verfassung proklamiert, die zu einer konstitionellen Monarchie unter Amadeus von Savoyen führte, einem Sohn von Viktor Emanuel II. von Italien. Der aufrührerische General Prim wurde 1870 ermordet. Nachdem 1872 der 3. Karlistenkrieg ausbrach und Amadeus die Ordnung in Spanien nicht wiederherstellen konnte, dankte er 1873 ab und die Cortes rief die 1. Republik aus.
Der Sohn Isabellas II., Alfons XII. aus dem Haus der Bourbonen , wurde 1874 durch den Aufstand von Martinez Campos in Sagunto neuer König von Spanien. Der 1876 beendete Karlistenkrieg und das Ende eines zehnjährigen Krieges auf Kuba läutete den Beginn einer längeren, friedlichen Zeit ein.
Buch-Tipp: Erste Bilder. Erste Wörter (Bilderbücher) Etwas groß, aber sehr beliebt Mittlerweile ist es bereits unser drittes Kind, das dieses Buch "liest". Sicher, es ist etwas groß und unhandlich, zumal es bei uns meist beim abendlichen Brei-Füttern angeschaut werden muss (ist leider so). Aber nichtsdestotrotz sind die Bilder für die Kleinen sehr interessant. Zuerst "lernen" sie, darauf zu zeigen... |
Annual und Miguel Primo de Rivera | |
Die Misshandlung der Maurischen Bevölkerung in Marokko führte 1921 zu einem Aufstand durch Abd el-Krim in Annual und dem Verlust aller nordafrikanischen Besitzungen bis auf die Enklaven von Ceuta und Melilla. Um sich der Verantwortung zu entziehen, entschied König Alfons XIII. 1923, einer Diktatur von General Miguel Primo de Rivera zuzustimmen.
Die Diktatur von Primo de Rivera brach 1930 zusammen. Wegen der Verwicklungen des Königs in die Diktatur stimmte die Bevölkerung für Wahlen in dem April 1931, die zur Ausrufung der 2. Republik führten, worauf der König das Land verlies, ohne jedoch auf den Thron zu verzichten. Das erste Mal hatten Frauen an der Wahl teilnehmen dürfen und dem Baskenland und Katalonien wurden Autonomierechte gewährt.
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Während des Zweiten Weltkriegs blieb Spanien wieder neutral, litt jedoch noch unter den Folgen des Spanischen Bürgerkriegs. Der als Sieger aus den Wirren entstiegene Francisco Franco herrschte bis zu seinem Tod am 20.11 1975. In diese Zeit fällt sowohl politisch als auch ethnisch motivierter und häufig militanter Widerstand. Die letzten Hinrichtungen finden am 2. März 1974 statt. Der Anarchist Puig Antich und der DDR-Flüchtling Georg Michael Welzel werden mit Hilfe der Würgeschraube (span: garrote vil) erdrosselt. König Juan Carlos I. folgte Franco nach und überführte das Land in eine Demokratie. Die letzten Monaten vor Francos Tod lähmten das Land durch die Besetzung der Westsahara durch den König von Marokko und die Unabhängigkeit Äquatorialguineas. Spanien verlor seine letzten kolonialen Besitzungen.
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1978 nahm die spanische Bevölkerung mit 88%iger Mehrheit die Verfassung an, die Spanien zu einer parlamentarischen Monarchie machte. Erster Ministerpräsident des demokratischen Spanien wurde Adolfo Suárez. Am 23.02 1981 versuchen Angehörige der Armee unter General Milans del Bosch und der paramilitärischen Polizeitruppe Guardia Civil unter Oberst Antonio Tejero einen Militärputsch. Tejero stürmte dabei das Parlament, wo Leopoldo Calvo Sotelo gerade zu dem Regierungschef gewählt werden sollte. Die Mitglieder des Parlaments wurden als Geiseln gehalten. Mit dem entschlossenen Auftreten des Königs als Oberbefehlshaber der Armee, der sich in dem Rahmen einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache eindeutig für die Demokratie aussprach und das Militär auf seine Seite zog, konnte der Staatsstreich noch in der Nacht vereitelt werden.
Spanien wurde 1986 in die Europäische Union aufgenommen, 1992 fanden in Barcelona die Olympischen Sommerspiele statt und 1999 bzw. 2002 übernahm das Land den Euro als neue Währung.
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Beteiligung am Irak-Krieg | |
Beim Irak-Krieg 2003 beteiligte man sich politisch aktiv am Zustandekommen des Feldzugs gegen Saddam Hussein. Zusammen mit Großbritannien und unter Führung der Vereinigte Staaten Amerika schloss man sich der so genannten "Koalition der Willigen" an. Deutschland und Frankreich argumentierten gegen einen Irak-Krieg. Es kam in Folge dessen zu einem schwerwiegenden innereuropäischen Konflikt, der allerdings bisher ohne Folgen blieb.
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Madrider Zuganschläge und die politische Wende | |
Am 11. März 2004 kam es zu einer Serie schwerer Terroranschläge auf Nahverkehrszüge in Madrid. 191 Tote und ungefähr 1500 Verletzte wurden beklagt. Ca. drei Tage später am 14. März 2004 fanden Parlamentswahlen statt, die entgegen aller Umfragen die Sozialistische Partei gewinnen konnte. Damit verbunden kündigt sich ein Politikwechsel an. Wichtige EU-Projekte wie die Diskussion in dem eine neue Verfassung erhalten neuen Schwung. Außerdem versprach der designierte Ministerpräsident, die spanischen Truppen bis Juli 2004 aus dem Irak zurückzuziehen und in dem Gegenzug ihr Militärkontingent in Afghanistan aufstocken.
Siehe auch: Liste der Herrscher Spaniens, Liste der Staatsoberhäupter und Ministerpräsidenten von Spanien
Teilweise aus Meiers Konversationslexikon, 4. Auflage, 1888-1889
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- Barceló, Pedro: Kleine Geschichte Spaniens. Stuttgart 2002.
- Bernecker, Walther: Spanische Geschichte: vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 3. Auflage. München 2003.
- Bernecker, Walther und Pietschmann, Horst: Geschichte Spaniens : von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. 3. Auflage. Stuttgart 2000.
- Goytisolo, Juan: Spanien und die Spanier. Frankfurt/Main 1982.
- Vilar, Pierre: Spanien. Berlin 1998.
- Clot, André: Das maurische Spanien. Düsseldorf 2004
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